Ende 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung. Das ist eine Statistik mit Stichtag, keine aktuelle Zählung für 2026 und keine Prognose für ein einzelnes Heim.

Was gezählt wurde

Destatis zählt Menschen, die nach dem SGB XI pflegebedürftig sind. Die Erhebung ist zweijährlich. Im Dezember 2021 lagen knapp 5,0 Millionen Personen vor. Der Zuwachs bis Dezember 2023 beträgt 730 000 Personen, das sind 15 Prozent. Destatis weist darauf hin, dass ein Teil dieses Anstiegs noch mit dem weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff seit dem 1. Januar 2017 zusammenhängt. Die reine Alterung der Gesellschaft hätte nach der Pflegevorausberechnung nur rund 100 000 Personen mehr erwarten lassen.

Wo die Menschen versorgt wurden

Versorgung im Dezember 2023, Pressemitteilung Nr. 478
Gruppe Angabe von Destatis
Zu Hause 86 Prozent, 4,9 Millionen
davon ausschließlich Pflegegeld, überwiegend Angehörige 3,1 Millionen
davon mit ambulanten Diensten, ganz oder teilweise 1,1 Millionen
davon zu Hause mit Pflegegrad 1 680 000, darunter 40 000 nur mit landesrechtlichen Entlastungsangeboten und 640 000 ohne Leistungen von Heimen oder ambulanten Diensten
Vollstationär im Heim 14 Prozent, 800 000

Gegenüber Dezember 2021 stieg die häusliche Versorgung um 17 Prozent oder 721 000 Personen, die vollstationäre um 0,8 Prozent oder 6 000. Die ambulante Betreuung nahm um 5,1 Prozent oder 54 000 zu, die überwiegend durch Angehörige um 21 Prozent oder 549 000.

Alter und Geschlecht

78 Prozent der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, 34 Prozent mindestens 85 Jahre. 61 Prozent waren weiblich. In der Altersgruppe 70 bis 74 Jahre waren rund 11 Prozent pflegebedürftig, bei den ab 90-Jährigen 87 Prozent. Destatis führt den höheren Frauenanteil auch auf die höhere Lebenserwartung zurück.

Was die Zahlen nicht sagen

  • Sie sind nicht die Zahl der Pflegebedürftigen im Jahr 2026. Eine neuere Pflegestatistik ist hier nicht als Ersatz eingearbeitet.
  • Sie sind keine Preise und keine Eigenanteile. Dafür fehlen auf dieser Website bewusst Landesdurchschnitte.
  • Bei Pflegegrad 1 erfasst die Statistik nicht alle Leistungen, etwa Beratung, Kurse oder Hilfsmittel. Wer keine Heim- oder Dienstleistung bezieht, kann trotzdem andere Hilfe haben. Das wird nicht gezählt.
  • Die Summe der genannten Teilgruppen ist eine Darstellung der Pressemitteilung. Rundungen von Destatis („knapp“, „4,9 Millionen“) sind beibehalten und nicht auf eine einzelne Person genau nachgerechnet.

Die gesetzlichen Beträge, mit denen die Rechner arbeiten, sind ein anderes Thema. Sie stehen unter Statistiken und Datenstand und bei den Pflegeleistungen.

Häufige Fragen

Warum steht hier nicht 2026?

Weil die letzte in dieser Seite ausgewertete Veröffentlichung den Stichtag Dezember 2023 hat und am 18. Dezember 2024 erschienen ist. Eine spätere Zahl als 2026er Bestand auszugeben, wäre falsch.

Sind 5,7 Millionen eine exakte Kopfzahl?

Destatis schreibt „knapp 5,7 Millionen“. Die Pressemitteilung gibt daneben gerundete Teilwerte in Millionen an. Eine nicht veröffentlichte Nachkommastelle wird hier nicht ergänzt.

Quellen

Grundgesamtheit: Pflegebedürftige nach dem SGB XI in Deutschland. Stichtag der Erhebung: Dezember 2023. Keine Fortschreibung auf 2026.

Zur Übersicht Statistiken. Die Beträge der Rechner stehen im Rechner-Verzeichnis und unter Pflegereform 2026.