Ein Pflegeheim lässt sich nicht nach dem Prospekt allein beurteilen. Die folgende Liste ist für den Besuch gedacht: ansehen, nachfragen, nichts unterschreiben, bevor die zweite Spalte geklärt ist. Sie bewertet keine Einrichtung und nennt keine Reihenfolge der Häuser.

Pflege

  • Wie wird ein gewöhnlicher Tag beschrieben, vom Aufstehen bis zur Nacht?
  • Wer hilft beim Waschen, Anziehen und bei der Toilette, und wird das Tempo der Bewohnerin oder des Bewohners genannt?
  • Wie wird mit Schmerzen, Stürzen und dem Wunsch, im Zimmer zu bleiben, umgegangen?

Personal

  • Welche Fachkräfte sind am Besuchstag im Wohnbereich, und wer ist in der Nacht da?
  • Gibt es eine feste Bezugsperson?
  • Wie werden Vertretung und Krankheit aufgefangen?

Zimmer

  • Einzel- oder Doppelzimmer, und was kostet die Wahl extra?
  • Platz für den Rollstuhl, eigenes Bad, Licht, Fenster, Möglichkeit eigene Möbel mitzubringen?
  • Darf die Tür geschlossen werden, und wie wird trotzdem nach dem Rechten gesehen?

Sauberkeit

  • Geruch auf dem Flur und im Bad, nicht nur im Besprechungsraum.
  • Wer reinigt, und wie oft wird die Wäsche gewechselt?
  • Wirken Handläufe, Klingel und Notruf erreichbar?

Medikamente

  • Wer richtet die Medikamente, und wer gibt sie?
  • Wie wird eine Änderung durch die Ärztin oder den Arzt weitergegeben?
  • Dürfen Angehörige den Plan sehen?

Essen

  • Eine Mahlzeit mit ansehen, nicht nur die Speisekarte.
  • Wahlmöglichkeit, Sonderkost, genug Zeit, Hilfe beim Essen ohne Eile?
  • Trinken über den Tag, auch bei Menschen, die nicht danach fragen.

Alltag und Beschäftigung

  • Was findet in dieser Woche statt, und dürfen Menschen fernbleiben?
  • Gibt es etwas für Menschen, die nicht mehr in der Gruppe sitzen können?
  • Kontakt nach draußen: Garten, Gottesdienst, Besuch von Ehrenamtlichen?

Demenz

  • Gibt es einen beschützten Bereich, und wann wird er genutzt?
  • Wie wird nächtliche Unruhe begleitet, ohne dass Fixierung die erste Antwort ist?
  • Kennen die Mitarbeitenden die Biografie, oder nur die Diagnose?

Wie Demenz im Pflegegrad berücksichtigt wird, steht getrennt unter Pflegegrad bei Demenz. Das Heim legt den Grad nicht fest.

Vertrag und Zusatzkosten

  • Pflegevergütung, Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten einzeln ausgewiesen?
  • Was kosten Telefon, Friseur, Ausflüge, Wäsche mit dem eigenen Waschmittel?
  • Wie steigt der Preis, und wie lang ist die Kündigungsfrist?

Die Bestandteile lassen sich mit den Zahlen der Einrichtung im Pflegeheim-Kosten-Rechner und im Eigenanteil-Rechner nebeneinanderlegen. Einen durchschnittlichen Heimpreis ersetzt das nicht.

Besuch

  • Besuchszeiten, auch am Abend und am Wochenende.
  • Darf eine Angehörige über Nacht bleiben, wenn jemand stirbt oder sehr unruhig ist?
  • Wie erfahren Angehörige von einem Sturz oder einem Krankenhausaufenthalt?

Notfälle

  • Wer ruft den Rettungsdienst, und wer informiert die Familie?
  • Liegen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung vor, und weiß der Dienst, wo?
  • Was passiert, wenn die Einrichtung kurzfristig nicht mehr der richtige Ort ist?

Häufige Fragen

Reicht ein Besichtigungstermin?

Besser sind zwei Eindrücke, davon einer unangemeldet im Rahmen dessen, was das Haus erlaubt, und einer zu einer Mahlzeit. Ein einzelner geschmückter Nachmittag täuscht.

Ist die teuerste Einrichtung die passendste?

Nein. Die Liste prüft den Alltag und die Rechnung getrennt. Ein höherer Preis ist kein Beleg für mehr Personal.

Quellen

Die Checkliste ist eine Beobachtungshilfe. Sie ist kein Prüfbericht nach dem Wohn- und Teilhaberecht der Länder.

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