Pflegegrad 1 ist die erste Stufe, ab der die Pflegeversicherung überhaupt Leistungen vorsehen kann. Die gesetzliche Spanne lautet: ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte. Wer darunter bleibt, hat nach § 15 Abs. 3 SGB XI keinen Pflegegrad.
Was der Grad beschreibt
Das Gesetz nennt geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Das ist keine Diagnose und keine Liste von Krankheiten. Zwei Menschen mit derselben Erkrankung können in verschiedenen Graden landen, weil die Begutachtung den Alltag bewertet, nicht den Namen der Krankheit.
Welche Beträge dazugehören
| Leistung | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Pflegegeld | kein Anspruch nach dieser Vorschrift | § 37 Abs. 1 SGB XI |
| Pflegesachleistung, häuslich | kein Anspruch nach dieser Vorschrift | § 36 Abs. 3 SGB XI |
| Leistungsbetrag vollstationäre Pflege | 131 €, Zuschuss | § 43 Abs. 2 und 3 SGB XI |
| Entlastungsbetrag | 131 € | § 45b Abs. 1 SGB XI |
| Tages- und Nachtpflege | kein Anspruch nach dieser Vorschrift | § 41 Abs. 2 SGB XI |
| Gemeinsamer Jahresbetrag | nicht vorgesehen | § 42a Abs. 1 SGB XI, ab Pflegegrad 2 |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 € monatlich | § 40 Abs. 2 SGB XI |
| Wohnumfeldverbesserung | bis 4.180 € je Maßnahme | § 40 Abs. 4 SGB XI |
Die Tabelle zeigt gesetzliche Höchst- oder Festbeträge der sozialen Pflegeversicherung. Sie ist kein Preis eines Pflegedienstes oder Pflegeheims und kein automatischer Auszahlungsbetrag.
Was Familien daran oft übersehen
Der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich wird nicht überwiesen wie ein Gehalt. Er ist zweckgebunden, etwa für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag, und wird gegen Belege erstattet. Nicht verbrauchte Beträge können in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.
Im Pflegeheim ist der Betrag von 131 € ein Zuschuss zu den pflegebedingten Aufwendungen nach § 43 Abs. 3 SGB XI. Den Leistungszuschlag nach § 43c, der den Eigenanteil in den höheren Graden prozentual mindert, gibt es bei Pflegegrad 1 nicht. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben davon unberührt.
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und ein Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung haben eigene Voraussetzungen. Die Tabelle nennt die gesetzlichen Obergrenzen, keine Zusage für jede Anschaffung.
Ein Zahlenbeispiel an der Grenze
12 Gesamtpunkte reichen nicht. Erst ab 12,5 beginnt Pflegegrad 1, und er endet unter 27. 27 Gesamtpunkte wären bereits Pflegegrad 2. Ob diese Punkte erreicht sind, ergibt das Gutachten. Eine eigene Strichliste ersetzt es nicht. Zum Nachrechnen vorhandener Modulsummen gibt es den Pflegegrad-Rechner.
Grenzen
Pflegegrad 1 sagt nicht, ob jemand allein wohnen kann. Er sagt auch nicht, was ein konkreter Pflegedienst oder ein Heim berechnet. Dafür fehlen hier bewusst Preise, die nicht im Gesetz stehen.
Der Antrag und die Fristen stehen unter Pflegegrad beantragen. Was die begutachtende Person prüft, steht unter Begutachtung. Der nächste Grad ist Pflegegrad 2.
Häufige Fragen
Gibt es bei Pflegegrad 1 Pflegegeld?
Nein. Pflegegeld nach § 37 SGB XI beginnt bei Pflegegrad 2. Bei Pflegegrad 1 gibt es unter anderem den Entlastungsbetrag von 131 € monatlich, zweckgebunden und gegen Belege.
Zahlt die Pflegekasse im Heim einen Leistungszuschlag?
Nein. Der Leistungszuschlag nach § 43c SGB XI gilt für die Pflegegrade 2 bis 5. Bei Pflegegrad 1 kann es den Zuschuss von 131 € zu den pflegebedingten Aufwendungen geben.
Reichen 12 Gesamtpunkte für Pflegegrad 1?
Nein. Pflegegrad 1 beginnt bei 12,5 Gesamtpunkten und endet unter 27. Darunter liegt nach § 15 Abs. 3 SGB XI kein Pflegegrad.
Wenn sich der Alltag ändert
Die Tabelle nennt die gesetzlichen Beträge dieses Grades. Sie sind keine Preise von Diensten oder Heimen. Ein höherer Grad entsteht nur durch eine neue Begutachtung: Pflegegrad erhöhen. Gegen den Bescheid gilt die Frist unter Pflegegrad Widerspruch. Demenz hat keinen eigenen Tarif: Pflegegrad bei Demenz. Für Kinder gilt eine andere Punktgrenze: Pflegegrad für Kinder. Die Geldleistung erklärt Pflegegeld 2026, den Dienst Pflegesachleistung 2026.